Die Suche nach Abenteuer

250km Singlespeed – weitere folgen

Über 250km bin ich mit meinem Singlespeed (SSP) jetzt schon gefahren. Ich möchte mal meine Erfahrungen kurz zusammenfassen. Singlespeed ist…

  • wunderbar einfach zu fahren. Kein Nachdenken über die Schaltung, einfach treten!
  • ein gutes Training um auch suboptimale Trittfrequenzen einfach mal durchzuziehen.
  • ziemlich schnell, da man am Berg meist Gas gibt statt runterzuschalten.
  • weitaus weniger anstrengend als gedacht. Bei der passenden Übersetzung überraschend entspannt zu fahren.
  • schön unkompliziert und wartungsarm.

Meiner Meinung nach hat also ein SSP fast nur Vorteile. Dass ein SSP nicht überall Sinn macht ist aber klar. Bei einem Mountainbike möchte ich eine Schaltung nicht missen um mich den vielen verschiedenen Gegebenheiten anzupassen. Kleine Gänge für Berge, mittlere für Trails und große für Straße und Ebene. Auch die Abstufungen sind nötig. Ebenso bei einem Reiserad. Hier muss man (mit verschiedenen Zuladungen) immer möglichst entspannt und effizient fahren können um auch weite Strecken zu schaffen. Auch bin ich nicht ganz überzeugt ob es Sinn macht z.B. im Winter SSP zu fahren, denn bei kalten Temperaturen darf man nicht zu sehr aus der Puste kommen um sich durch starkes atmen nicht zu unterkühlen. Ich werde es auf jeden Fall mal austesten wenn es wieder kälter wird. Aber bis dahin dauert es ja hoffentlich noch lange.

Bei all meinen positiven Erfahrungen mit Singlespeed im generellen, habe ich jedoch an meinem SSP im speziellen einige Dinge gefunden die mich z.T. sehr stören:

  • Ich bin sonst nur 26″-Räder gewöhnt, ich fühle mich einfach mit der Geometrie nicht wirklich wohl.
  • Die Bremsen sind mir zu schwach.
  • Die Gabel flext (verbiegt) sich beim bremsen. Das ist soweit normal bei dünnen Gabeln, ich mag es aber einfach nicht.
  • Wenn ich über unbefestigte Wege (Parks, Schnettkerbrücke, Wiese) fahre fühle ich mich damit nicht wirklich wohl. Bordsteine fahre ich nur sehr ungern, Treppen gar nicht.
  • Ich komme beim Trackstand (bzw. meinen Versuchen) mit dem Fuß ans Vorderrad.

Wegen dieser Erfahrungen werde ich mir wahrscheinlich in Kürze ein Singlespeed auf MTB-Basis aufbauen. Es wird wohl ein Hardtail mit Starrgabel und breiten Slicks. Ein Bekannter hat im Moment ein (bis auf Bremshebel und Kurbeln) fast komplettes Checker-Pig mit passender Rahmenhöhe abzugeben. Die Entfaltung wird geringfügig kürzer werden, so komme ich dann an Ampeln besser weg.

Fazit: Für den Stadtverkehr und nicht allzu bergige Gegenden ist ein Singlespeed unbedingt zu empfehlen. Wer es ausprobiert sollte zunächst eine eher kleine Übersetzung wählen. Prinzipiell ist mit einem Singlespeed alles fahrbar was mit Schaltungsrädern zu fahren ist, richtige Übersetzung und je nach Länge des Berges etwas Muskeln und genug Kampfgeist sind allerdings Voraussetzung.

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