Die Suche nach Abenteuer

Nordsee und zurück

In nur fünf Tagen haben wir es von Dortmund aus bis Norden-Norddeich geschafft. 363km mit viel Gepäck und Anhänger. Zurück haben wir es dann etwas langsamer gehen lassen, zum Schluss jedoch noch einmal ordentlich Gas gegeben: Die letzte Etappe war etwas über 100km lang! Insgesamt sind wir rund 740km in zwölf Tagen gefahren. Meistens hatten wir Sonnenschein, aber auch wenn es mal geregnet hat ist stets alles trocken geblieben und wir hatten es abends im Zelt auch immer trocken und gemütlich.

Tag 1: 07.08.2010, Dortmund – Lüdinghausen, 53km
Das Wetter ist ausgezeichnet. Nach nur 6km haben wir bereits die erste Reifenpanne am Anhänger, ich war vor dem Urlaub leider nicht mehr dazu gekommen an dem kürzlich erworbenen Anhänger noch die Billigreifen zu tauschen. Direkt habe ich beschlossen im nächsten Radladen der zwei gute 16″-Mäntel hat neue zu kaufen, welcher Radladen hat die auch schon? Der nächste (Datteln) natürlich. Den Rest der Tour rollte der Hänger pannenfrei auf 50mm Big Apples weiter. Die Strecke war überwiegend gut, nur ein kurzer Singletrail war mit dem Anhänger etwas schwerer zu fahren.

Tag 2: 08.08.2010, Lüdinghausen – Ladbergen, 67km
Nachdem wir das Zelt noch trocken abbauen konnten fing es stark an zu regnen, daraufhin haben wir erstmal in einem Bauernhofcafe gefrühstückt bis das schlimmste vorbei war. Anschließend ging es vor allem über aufgeweichte Wege mit reichlich Pfützen weiter. Der Kanalradweg bei Münster war sehr anstrengend mit dem zweispurigen Anhänger zu fahren. Trotzdem sind wir mehr als die eigentlich geplanten 40km gefahren.

Tag 3: 09.08.2010, Ladbergen – Geeste, 80km
Weiterhin bewölkt aber trocken. Wir haben gemerkt dass auch die knapp 70km noch nicht die Leistungsgrenze waren, also sind wir noch einmal eine Ecke weitergefahren. Vermutlich durch das nasse Wetter am Vortag hat mein Tacho endgültig aufgegeben. Ein freundlicher Radhändler in Riesenbeck hat mir kostenlos die Kette geölt, denn das vorher von mir verwendete Öl hat den Regen nicht überstanden. Die Wege sind wieder besser, an das etwas eintönige Fahren am Kanal gewöhnt man sich.

Tag 4: 10.08.2010, Geeste – Weener, 85km
Erst sonnig, am Abend hat es etwas geregnet. War uns aber egal, das Zelt stand zu der Zeit schon 😉 Auf der Etappe sind wir am größten Gemälde der Welt vorbeigekommen. Feststellung: Irgendwo zwischen Geeste und Weener beginnt man mit „Moin!“ zu grüßen.

Tag 5: 11.08.2010, Weener – Norden-Norddeich, 87km
Endspurt! Einige unnötige Umwege der eigentlichen Routenführung haben wir abgekürzt und es nach nur fünf Tagen bis an die Küste geschafft. Da wir uns nicht sicher waren ob die Fähre bei Emden fährt sind wir die Alternativroute gefahren. Viel Gegenwind und kurz vor Emden schlechte Wege machten uns zu schaffen. Ab Emden waren dann die Wege aber fast durchgehend geteert.

Tag 6: 12.08.2010, Pause, 16km
Mit dem Rad ging es zunächst ins touristisch total überlaufene Norddeich. Ohne Anhänger und Packtaschen (zusammen grob geschätzt 30kg) fühlte sich mein Reiserad wie ein Rennrad an. In Norden haben wir uns die Innenstadt angesehen, die Fischbrötchen waren leider ein Reinfall.

Tag 7: 13.08.2010, Norden-Norddeich – Krummhörn-Upleward, 40km
Eigentlich wollten wir noch einen Tag Pause machen, aber irgendwie packte uns doch wieder der Bewegungsdrang und es ging an der Küste lang zum nächsten Campingplatz. Dieser war mit Abstand der sauberste, neueste und ruhigste. Außer Wind und Wellen war nichts zu hören. Unterwegs haben wir uns beim Pilsumer Leuchtturm Bratfisch mit holländischen Pommes gegönnt. Dieses mal geschmacklich ein Volltreffer, ebenso wie schon zuvor das Eis im Hafen von Greetsiel. Freitag der 13te war unser absoluter Glückstag!

Tag 8: 14.08.2010, Krummhörn-Upleward – Leer (Ostfriesland), 50km
Endlich mal deutlich weniger Gegenwind, jedoch noch immer kein Rückenwind. Obwohl Emden radfahrtechnisch mit zahlreichen Radwegen und Fahrradstraßen super ausgebaut ist (könnte sich Dortmund mal ne Scheibe dran abschneiden) waren wir froh, als wir endlich auf der Fähre von Petkum nach Ditzum waren. Obwohl an Deck jedes Fleckchen genutzt wurde schwamm sie erstaunlicherweise noch. Abends auf dem Campingplatz hatten wir 100e Mücken im Zelt und wir dürften hier einen Großteil der Stiche des Urlaubs abbekommen haben.

Tag 9: 15.08.2010, Leer (Ostfriesland) – Lathen, 57km
Bereits am Vortag begann mein Knie zu schmerzen, hier wurde es noch schlimmer. Trotzdem schafften wir die Etappe dank kräftigem Rückenwind in Rekordzeit.

Tag 10: 16.08.2010, Lathen – Lingen, 55km
Auf Verdacht habe ich mal meinen Sattel zurückgeschraubt (hatte ein paar Tage zuvor etwas an der Sitzposition geändert). Zusammen mit etwas Salbe schmerzt mein Knie weniger. Am Nachmittag haben wir einen Regenschauer abbekommen, aber es ist wieder mal alles trocken geblieben. Abends campen wir neben einem (nicht natürlichen) Wasserfall unweit eines Atomkraftwerks. So wird unser Lächeln vielleicht noch strahlender 🙂

Tag 11: 17.08.2010, Lingen – Ladbergen, 58km
Morgens in Lingen ist es sehr neblig, was aber schnell aufklart. Meinem Knie geht es definitiv besser, es war wohl die falsche Sitzposition. Wir bekommen reichlich Regen ab, aber abends liegen wir wieder in trockenen Schlafsäcken im Zelt. Dies ist der einzige Campingplatz den wir doppelt besuchen, aber nur weil es im näheren Umkreis keine Alternativen gibt.

Tag 12: 18.08.2010, Ladbergen – Dortmund, 105km
Eigentlich wollten wir nur bis Senden fahren, aber da es einfach gut lief (bei Münster haben wir die holprigen Radwege durch Teerstraßen ersetzt) beschlossen wir direkt nach Dortmund zufahren, zumal das Wetter nicht besser wurde. Insgesamt haben wir zwei sehr kräftige Schauer abbekommen. Außer etwas feuchten (aber nicht kalten) Füßen ist jedoch nichts passiert und die gelegentlich durch die Wolken blickende Sonne hat alles immer fix getrocknet. Durch das nasse Wetter hatte man wenigstens auf den Radwegen vor schleichenden Radfahrern seine Ruhe. Kurz nach 20 Uhr waren wir dann Zuhause.

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2 Antworten

  1. Hermann

    Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Urlaub. Man sollte so etwas berufsmäßig machen :-))

    23. August 2010 um 17:28

  2. Pingback: Jahresrückblick 2010 « Bassooka – N 51° 30' E 7° 25'

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