Die Suche nach Abenteuer

Donnerstag 09.08.2012

Morgens starte ich früh, denn dort wo ich gezeltet habe hab ich mich einfach nicht so recht wohl gefühlt. Schon um kurz nach 8 Uhr sitze ich auf dem Rad, das Zelt musste ich leider nass einpacken, es hat geregnet. Als ich hinter Steinkjer die E6 sehe über die ich einige km fahren müsste um zur R17 zu gelangen drehe ich um und fahre mehrere km Umweg, denn hier sieht sie fast aus wie eine Autobahn. Nach 46km lege ich eine größere Pause ein, esse soviel ich kann und fülle meine Wasservorräte auf. Meine Stimmung ist irgendwie auf dem Tiefpunkt, ich bin ziemlich k.o. Nach der Pause kommen mir zum ersten mal seit Tourbeginn andere Reiseradler entgegen, die mich ziemlich freundlich grüßen. Anschließend ist meine Laune deutlich besser, meine Zweifel ob ich grad das richtige tue sind plötzlich viel kleiner. Außerdem verschwinden entlang der R17 immer mehr die Bauernhöfe und Norwegen beginnt um mich herum endlich wieder so auszusehen wie ich mir das vorstelle, ich fahre entlang von schroffen Felswänden und durch meine ersten zwei (allerdings ziemlich kurzen) Tunnel. Um meine Stimmung noch etwas weiter zu heben beschließe ich die Nacht auf einem Campingplatz zu verbringen, mein Handy muss eh mal wieder aufgeladen werden. Ich erwische natürlich einen Platz der sogar für norwegische Verhältnisse überteuert ist, doch da ich die Preise noch nicht kenne finde ich das erst später heraus. WLAN ist zwar inklusive, aber eine warme Dusche kostet extra. Auf das WLAN verzichte ich, auf die Dusche nicht. Als ich dann mein Handy aufladen will stelle ich fest, dass ich das Ladekabel vergessen habe. Wenigstens bin ich grad in einer größeren Stadt, sowas sollte hier ja aufzutreiben sein. Ich beschließe mir als Abendessen etwas ,,zu gönnen“ und versuche Soja-Schnetzel mit Pilzsauce zu kochen. Dummerweise geht das gründlich schief: Das ganze wird viel zu wässrig und ist auch noch viel zu viel für mich allein. Ärgerlich. In einer Broschüre über den Kystriksveien, also die R17 an der Küste bis Bodø, finde ich Fährfahrpläne mit Preisangaben. Die Fähren sind alle viel günstiger als befürchtet. Außerdem fällt mir auf, dass ich schon seit Tagen keine Mücken mehr gesehen habe. Die haben mir nämlich abends an den ersten Tagen meiner Tour ganz schön zugesetzt. Regenwetter hat also auch Vorteile…

95km 630hm

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