Die Suche nach Abenteuer

Samstag 25.08.2012

Nachts war es scheinbar richtig kalt, das Tuch welches ich zum Zelt auswischen nehme ist nämlich morgens gefroren. Mir ist aber schön warm, ich mag meinen Schlafsack 🙂 Anstatt zu frieren wie gestern morgen bleibe ich heute liegen und warte, bis die Sonne beginnt mein Zelt ordentlich durchzuwärmen. Definitiv die richtige Entscheidung, denn ich sitze wie gestern gegen 11 Uhr auf meinem Velo, bin aber entspannt und nicht durchgefroren.

Eigentlich dachte ich der Tag würde entspannt, ich will ja ,,nur“ 65km bis zum nächsten Campingplatz radeln. und dort den Tag mit einer warmen Dusche und einer Tour durch Östersund beenden. In der Realität bin ich schon kurz nach dem Start ziemlich geschafft, die E45 macht deutlich Höhenmeter als bisher und das auch noch über ätzend zu fahrende Rampen. Dazu kommt noch ein ziemlich heftiger Gegenwind, ich muss meistens sogar bergab noch ordentlich treten um überhaupt voran zu kommen. Als wäre das nicht schon genug nimmt auch der Verkehr noch deutlich zu je näher ich Östersund komme.

Östersund – übrigens der Sitz des schwedischen Wintersport Forschungszentrums wie am Ortseingang steht – scheint zunächst nur aus Sportanlagen sämtlicher Geschmacksrichtungen und reihenweise kleinen Holzhäuschen zu bestehen, was auf mich wie eine gigantische Kleingartenanlage wirkt, irgendwie unschön. Am Campingplatz will man umgerechnet über 30€ von mir, ich lehne ab und suche mir schnell den nächsten Campingplatz raus. Ich wusele mich durch Östersund, hier wimmelt es von Leuten in HipHop-Klamotten mit Pornobrillen, ich fühle mich irgendwie unwohl. Auf dem Weg zum nächsten Campingplatz fahre ich über eine 1,5km lange Brücke, hier erwischt mich wieder voll der Wind. Dieses mal allerdings von der Seite, ich fahre mit gefühlten 20° Schräglage.

Der nächste Campingplatz ist günstiger, allerdings auch nicht grad günstig. Da die Dame an der Rezeption sich jedoch gar nicht vorstellen kann wie man bei der aktuellen Witterung (,,isn’t it too cold for cycling?“) mit Zelt und Rad unterwegs sein kann gibt sie mir einen Rabatt und schenkt mir auch noch eine Portion Waschmittel.

Nach einer ausgiebigen warmen Dusche – die ist nämlich kostenlos – fühle ich mich gleich… besser? Nicht unbedingt, aber irgendwie anders als vorher. Die letzten zwei Wochen habe ich immer wild gecampt und statt einer Dusche bin ich in 10 bis 12 Grad kalte Seen und Flüsse gesprungen. Meine Klamotten habe ich auch nur mit kaltem Wasser und ohne Waschmittel durchgewaschen. Trotzdem fühle ich mich draußen in der Natur deutlich wohler als auf einem Campingplatz, denn Campingplätze wirken auf mich einfach immer so unnatürlich.

71km 284hm

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s