Die Suche nach Abenteuer

Sonntag 26.08.2012

Als ich aufwache ist es bewölkt aber trocken. Entspannt beginne ich den Tag. Während ich mein Müsli mampfe beginnt es zu regnen. Mein Zelt hatte ich kurz zuvor trocken gewischt, ärgerlich. Ich nutze die Zeit um meinen Trangia ordentlich zu schrubben, um noch mehr zu essen und packe in Ruhe. Ich warte ab, ich habe ja Zeit.

Allerdings hört es auch nach Stunden nicht auf zu regnen. Da ich nicht nochmal Geld für eine Übernachtung zahlen will – ich zelte ja ausnahmsweise mal auf einem Campingplatz – packe ich also im Regen mein Zelt ein und breche auf. Ich habe kalte Hände und dazu nasse und kalte Füße, der Wind bläst mir den Regen schräg von vorn ins Gesicht. Nach einigen km ändert sich jedoch meine Fahrtrichtung und ab jetzt habe ich Rückenwind und ein ziemliches Tempo. Ich mache nur ab und an ganz kurze Pausen, aber nach den Pausen ist mir immer richtig kalt. Irgendwann wird mir bewusst, dass meine Regenjacke scheinbar nicht dicht ist und dass alles was ich darunter trage ziemlich nass ist. Ich schaffe es trotzdem irgendwie mein Tagesziel von 60km zu erreichen und beginne einen Platz für mein Zelt zu suchen. Zunächst sieht es schlecht aus und ich richte mich schon darauf ein auf dem nächsten Campingplatz campen zu müssen, dann entdecke ich – nur 1km vor dem nächsten Campingplatz – doch noch ein brauchbares Plätzchen.

Beim Zeltaufbau sind meine Hände so kalt, dass ich die Finger kaum bewegen kann. Ich bekomme das Gestänge kaum ausgepackt und die Spannriemen nur mit größter Mühe angezogen, ich habe keine Kraft mehr in den Händen. Irgendwie geht es aber doch und ich sitze tropfnass mit meinen nassen Packtaschen im nassen Zelt. Ich krame ein Tuch heraus und fange an zu wischen, keine Ahnung wie lange, aber irgendwann ist der Bereich in der Apsis halbwegs trocken, jedenfalls sind die Pfützen und Wassertropfen weg. Immer noch friere ich wie ein Schneider. Zum Glück ist das Innenzelt weniger nass als befürchtet. Morgens hatte ich noch geflucht, denn als alles nass am Boden lag fiel mir erst ein, dass es vielleicht schlau gewesen wäre das noch trockene Innenzelt separat zu verpacken.

Ich schäle mich aus meinen komplett durchgeweichten Klamotten, ziehe mein letztes bisschen trockene Kleidung an und verkrieche mich im Schlafsack. Nach einer gefühlten Stunde bin ich wieder halbwegs warm. Als ich mich endlich fit genug fühle um Abendbrot zu machen ist es bereits dunkel. Im Schein meiner Taschenlampe esse ich Knäckebrot mit Schmelzkäse. Später am Abend hört es zum ersten Mal seit heute morgen wieder auf zu regnen. Wenn es morgen wieder so regnen habe ich echt ein Problem. Aber für den Moment ist alles in Ordnung, ich schlafe trocken und halbwegs warm ein.

66km 292hm

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