Die Suche nach Abenteuer

Freitag 31.08.2012

Schon wieder starte ich mit aller nur möglichen Ruhe in den Tag. Ich lasse mir soviel Zeit wie irgend möglich, schließlich habe ich heute nur lächerliche 17km zu fahren. Auf der Strecke lasse ich mich fast nur rollen, nach der halben Distanz lege ich noch eine eine ausgiebige Mittagspause ein. Ein letztes Mal sitze ich an einem rauschenden Fluss während ich ein großes Stück Käse vernichte. Nachdem ich jetzt vier Wochen lang nur unterwegs war habe ich fast ein bisschen Angst vor dem ,,Ankommen“.

Am Ziel – das Camp in Idre von dem mich der Bus wieder nach Deutschland fährt – sitze ich erst einmal eine Stunde in der Sonne. Dann baue ich mein Zelt auf und gehe duschen und damit ich auch wirklich sauber bin dusche ich gleich noch ein zweites Mal. Rasieren muss ich mich auch 2,5 mal bis endlich alle Barthaare entfernt sind. Ich sehe jetzt wieder komplett anders aus als noch eine Stunde zuvor und bin mir nicht ganz sicher, welche Variante mir besser gefällt.

Nachdem ich also nun wieder halbwegs zivilisiert aussehe fahre ich einkaufen um mein bisschen restliches schwedisches Geld auf den Kopf zu hauen. Unbeladen fährt sich mein Reiserad ganz merkwürdig wacklig, fühlt sich komisch an. Im Supermarkt will man mal wieder weniger Geld von mir als ich erwartet habe, entweder kann ich nicht rechnen oder es ist mal wieder eine Rabattaktion die ich übersehen habe.

Zurück im Camp fressen mich die Knots fast auf. Während ich an diesem Eintrag schreibe begegnet mir ein bekanntes Gesicht: Eine der Tourbegleiterinnen die ich aus Frankreich kenne läuft plötzlich an mir vorbei und ist ebenfalls ziemlich erstaunt mich hier zu sehen.

Auch ein Positionswechsel hat nur kurzzeitig Linderung von den Knots gebracht, also werde ich mich wohl den ganzen Abend bewegen bis ich schlafen gehe. Knots sind so ziemlich das einzige hier, das ich wohl nicht vermissen werde.

Später am Abend löst sich das Knots-Problem von selbst, plötzlich sind fast alle verschwunden. Ich finde auch heraus warum mein Einkauf so günstig war: die Kassiererin hat einen Artikel zu wenig berechnet. Mein Kopf ist also scheinbar noch in Ordnung, beruhigend. Beim Abendessen brauche ich den letzten Rest meiner Vorräte auf. Spaghetti, Tomatenmark und Soja-Schnetzel sind genau aufgebraucht, beim Auffüllen des Brenners ist auch die Spiritusflasche genau leer. Nach dem Kochen ist noch genau soviel Spiritus im Brenner übrig, dass es morgen früh für einen Tee reichen wird.

18km 39hm

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