Die Suche nach Abenteuer

Hoher Meißner

Morgens um kurz nach  acht mache ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Eine Diskothek an der ich vorbeikomme schließt grad. Nur wenige Male am Tag fährt ein Bus direkt vom Hbf Kassel bis auf den hohen Meißner. Erwartet hatte ich, dass ich mit einem Rudel rüstiger Rentner in Fahrradkleidung um einen Sitzplatz verhandeln müsste, aber in den Bus, der 10 Minuten zu spät kommt, steige ich ganz alleine ein. Insgesamt sitzen nie mehr als vier Leute darin und ich steige als einziger auf dem hohen Meißner aus. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Freizeitverhalten nicht unbedingt dem Mainstream entspricht. Während ich darüber nachdenke verschwinde ich nach wenigen Metern auf einem schmalen Pfad im sonnendurchfluteten Wald. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich genau das richtige tue 😉 Kurz später schon hat man einen wunderbaren Ausblick Richtung Kassel und wiederum wenig später geht es überraschend steil bergab, auf einem schmalen, mit Wurzeln und Steinen gespicktem Pfad. Genau wegen sowas bin ich hier. Noch abenteuerlicher ist aber der Weg, den ich später wieder bergauf nehme, er geht mit seinen groben Tritten und steilem Anstieg schon leicht in Richtung Klettersteig. Ich bin übrigens unterwegs auf dem Premiumweg P1, des Naturparks Meißner-Kaufunger-Wald. Ich bin wirklich positiv überrascht, denn mit so schönen und vor allem knackigen Wegen hatte ich gar nicht gerechnet. An einem alten Bergwerk mache ich meine ,,Mittagspause“, die temperaturbedingt einige Stunden dauert. Ich lese und versuche Bannock zu backen, was etwas problematisch ist, denn ich habe vergessen Öl einzupacken. Geschmeckt hat es trotzdem. Als es wieder kühler wird gehe ich langsam weiter. Irgendwann komme ich an eine Stelle, an der es schrecklich stinkt. Kurz darauf erfahre ich, dass unterirdisch Kohleflöze brennen, schon seit rund 400 Jahren. Was man riecht sind die dabei entstandenen Gase. Es geht wieder steil bergauf und ein Aussichtspunkt bietet mehr als der vorhergegangene. Ursprünglich wollte ich noch ein paar Kilometer weiter wandern, aber als ich oben auf der Kalbe stehe habe ich das Gefühl, dass dies der perfekte Schlafplatz ist. Während ich Nasi Goreng esse schaue ich mir den Sonnenuntergang an. Geschafft habe ich heute nur wenige Kilometer, da muss ich morgen wohl Gas geben…

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