Die Suche nach Abenteuer

An der Grenze

Als ich morgens aufwache habe ich immer noch das Gefühl zu kleben, obwohl ich am Abend frische Klamotten angezogen hatte. Da das Wasserproblem noch nicht gelöst ist gibt es nur ein paar Mini-Schlucke und einen saftigen Apfel zum Frühstück und los gehts, es ist 5:30 Uhr.

Nach kurzer Zeit erreiche ich die Grenze zur ehemaligen DDR. Ich wandere auf dem Kolonnenweg weiter Richtung Norden. Ich verstehe auch schnell, warum die Grenzsteintrophy (die zu fahren noch auf meiner To-Do-Liste steht) wohl so anstrengend ist: Der Verlauf der Grenze nimmt so ziemlich jeden Hügel mit und das auf direktem Wege, also mit teils sehr heftigen Steigungen und Gefällen. Nach einem längeren Abstieg über Plattenwege stoße ich endlich auf Wasser. Ein kleines Bächlein sorgt dafür, dass ich meine Flaschen mit glasklarem und sehr kaltem Wasser füllen kann. So gut es geht wasche ich mich und trinke soviel ich kann. Anschließend fühle ich mich wie ein neuer Mensch. Weiter geht es noch ein paar hundert Meter bis zur Burgruine Altenstein. Dort lasse ich mich von einem Haufen Pfadfinder nicht abschrecken und suche mir eine schöne Bank auf der anderen Seite der Burg. Dann gibt es Frühstück vom feinsten: Ich koche mir eine große Portion Erbswurstsuppe (die traditionelle Wanderernahrung) und dazu gibt es große Stücke einer sehr trockenen (das ist positiv gemeint) Salami.

Frisch gestärkt geht es weiter auf die Nase, wie hier eine Felsspitze heißt. Natürlich wieder bergauf, aber was solls. Dort lege ich eine weitere längere Rast ein und genieße die Aussicht über Asbach (da wo der Schnaps herkommt). Dann packt mich aber doch irgendwann wieder die Unruhe und es geht erst noch weiter bergauf, bevor dann der lange Abstieg Richtung Bad Sooden-Allendorf kommt. Der Weg ist dabei zeitweise sehr abenteuerlich, da er genau auf einem schmalen Bergkamm verläuft, der natürlich zu beiden Seiten sehr steil abfällt. Man hätte auch einen einfacheren Weg gehen können, aber das wäre ja langweilig…

Irgendwann muss ich dann aus dem Wald raus und wieder durch die Felder. Die Hitze steht, es ist knallheiß. Aber im Schatten rumstehen ist auch keine dauerhafte Lösung, also los. Und irgendwie gehts dann auch, für die Witterung noch recht entspannt erreiche ich den Bahnhof. Länge der Tagesetappe: knapp 16km.

Bilanz nach drei Tagen Tour: Es gibt hier unglaublich schöne Wanderwege, gefühlt war ich mindestens die Hälfte der Zeit auf ganz schmalen Pfaden mitten im Wald unterwegs. Und das beste: Die Wege sind fast menschenleer, ich habe kaum jemanden getroffen. Außerdem habe ich festgestellt, dass man auch bei rund 30°C Hitze im Juni (!) gut wandern kann, allerdings muss man gut auf seine Wasservorräte achten. Zecken habe ich mir mehrmals von der Kleidung geholt, bis an ihr Ziel hat es nur eine ganz kleine geschafft. Aber die ist jetzt auch Geschichte 😉

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