Die Suche nach Abenteuer

Familienkanutour Älgen

BergslagsgårdenSamstag, 09.08.2014

Nach über 20 Stunden ökologisch sinnvoller Anreise (Bus voll) steige ich in Schweden aus dem Bus, um genauer zu sein in Bergslagsgården. Es dauert nicht lange, dann bricht das übliche und unvermeidliche leicht chaotische Treiben aus. Ausrüstung ist reichlich vorhanden, langsam trudelt meine Reisegruppe ein. Die Zelte werden bezogen, Ausrüstung wird verteilt, Tonnen werden gepackt, das Essen wird durchsortiert und eingepackt. Mit ein paar Teilnehmern mache ich Kenterübungen auf dem See.

 

Sonntag, 10.08.2014

Mehr als rechtzeitig ist alles gepackt. Wir laden die gesamte Ausrüstung und Kanus auf einen Anhänger und werden dann von einem Bus nach Grythyttan gebracht. Schnell sind die Kanus beladen und auf dem Sörr-Älgen im Wasser. Endlich kehrt etwas Ruhe ein.

Die Tagestour ist sehr kurz, wir paddeln nur gute 2km bis zum ersten Übernachtungsplatz. Das Wetter ist bestens, der Lageraufbau klappt überraschend gut für das erste Mal. Wegen der Gruppengröße von 20 Personen spannen wir vor der Schutzhütte noch ein Tarp über die Feuerstelle.

 

Montag, 11.08.2014

Das erste, was ich morgens sehe: Nieselregen. Bis ich mich aus dem Schlafsack geschält habe regnet es dann richtig. Als erstes schmeiße ich das (zum Glück ja trockene) Feuer an, währenddessen trudelt langsam die Gruppe an der Feuerstelle ein. Später beginnt der Regen zu strömen und es finden sich noch weitere Paddler an unserem Feuer ein.

Gegen Mittag hört es auf zu regnen, sogar die Sonne kommt raus. Allerdings ist es zu spät um noch das Lager abzubrechen und los zu paddeln, daher wird der Tag zum Pausentag erklärt. Strahlender Sonnenschein, angeln, Zimtschnecken backen. Abends gesellt sich noch die Erwachsenengruppe zu unserem Lagerplatz. Die Kinder tauschen bei ihnen erfolgreich ein paar gefangene Flussbarsche gegen kalten Hund ein.

 

Dienstag, 12.08.2014

Augen auf: Wetter gut. Los gehts! Um halb 10 paddeln wir los. Zu Beginn haben wir ziemlich mit Gegenwind zu kämpfen. Nach einem Besatzungstausch klappt es dann besser. Als wir endlich die Langzunge umrundet haben wird der Wind zum Rückenwind und schiebt kräftig an. Nach der Mittagspause regnet es etwas.

Der Lagerplatz ist etwas matschig und schattig, dafür aber alternativlos 🙂 Ich tobe mich bei der Tarp-Konstruktion ein wenig aus. Außerdem haben wir für einen gigantischen Vorrat von bestens trockenem Brennholz und Anmachholz gesorgt.

Heute schlafe ich endlich mal wieder in meiner Hängematte. Der Einstieg dauert wie immer recht lange (dank Inlet), dafür ist es einfach unglaublich bequem so zu schlafen.

 

Mittwoch, 13.08.2014

Nach einer kurzen Paddelstrecke kommen wir zur ersten Portage dieser Tour. Nachdem wir alle Boote auf Bootswagen verladen haben gibt es nach ein paar hundert Metern aber schon die erste Pause für Kaffee und (diesmal nicht selbstgebackenen) Kuchen. Während die Gruppe isst genieße ich die Zeit alleine in der Sonne.

Nach der Portage haben wir wieder Rückenwind. Kurz bevor wir am Ziel sind tauchen hinter uns dunkle Wolken auf. Wir paddeln was die Arme hergeben. Tarp, Feuer, Windschutz. Kaum haben wir alles fertig, beginnt es bei starkem Wind heftig zu regnen. Wir bleiben alle warm und trocken und der Schauer ist schnell wieder vorbei. Später verziehen sich die Wolken und es ist nahezu windstill. Wir sind an einem traumhaften Lagerplatz auf einer Landzunge, mit einem gigantischen Sandstrand.

 

Donnerstag, 14.08.2014

Das Wetter ist wechselhaft. Nach einem kräftigen Frühstück erkunde ich zunächst alleine einen kleinen Abschnitt des Silverleden, eines lokalen Wanderweges. Dieser verläuft nur wenige hundert Meter westlich unseres Lagerplatzes über den Bergrücken. Dort sind unter anderem verlassene Gebäude einer alten Silbermine soweit riesige Blaubeerfelder zu finden.

Später wird der Wanderweg noch ein zweites Mal erkundet, dieses Mal mit einer Horde Kinder im Schlepptau 🙂 Wir essen Blaubeeren bis die Zunge blau ist und sammeln dann kräftig, so dass wir mit einer riesigen Menge Blaubeeren sowie einem Haufen Steinpilze und Pfifferlinge wieder das Lager erreichen. Dort stärken wir uns an einer riesigen Menge kaltem Hund (Pudding und Butterkekse geschichtet).

Abends gibt es eine leckere Pilzpfanne und anschließend Chili con Sojaschnetzel. Die Jugendgruppe fällt auch noch auf unserem Lagerplatz ein. Aber trotz 38 Leuten ist es recht ruhig und nicht zu eng.

 

Freitag, 15.08.2014

Die Jugendgruppe ist früh weg, die Erwachsenengruppe paddelt vorbei, wir lassen es ruhig angehen. Nachdem wir in aller Ruhe gefrühstückt haben packen wir unsere Sache, paddeln zum Nordwest-Ende des Norr-Älgen und genießen dort das Paddeln auf dem Flussabschnitt. Wir fahren durch Schilf, unterqueren alte Holzbrücken, umpaddeln umgestürzte Bäume und große Steine. Abenteuerstimmung.

Bei der Portage müssen alle 8 Kanus einen steilen, wurzeligen Pfad hinauf. Alle packen mit an und wir tragen mit vereinten Kräften einfach die beladenen Kanus den Berg hinauf. Nach einer kurzen Portage sind wir trotz eines platten Bootswagens schnell wieder mit allen Booten im Wasser, die Gruppe ist wirklich ein gutes Team. Wir machen eine letzte Pause auf dem Wasser und genießen die letzten Kilometer bis Bergslagsgården, wo wir am Nachmittag eintreffen.

Abends backen wir aus unseren Blaubeeren Pfannkuchen, mehr als wir mit der ganzen Gruppe überhaupt essen können. Nach Einbruch der Dunkelheit machen wir dann noch Popcorn.

 

Samstag, 16.08.2014

Hängematte passt immerZwar hatten wir so einiges schon gestern erledigt, trotzdem wird heute noch weiter Ausrüstung geputzt, sortiert und verpackt. Das übliche, unvermeidliche Chaos mal wieder. Einer nach dem anderen verabschiedet sich. Es war eine wirklich schöne Tour und ich habe das Gefühl, dass sie jeder sehr genossen hat. Passend zur Abfahrt des Busses verwandelt sich der Sonnenschein in Nieselregen.

 

Fazit

Ein echt super Tour. Die Gruppe hat wunderbar zusammengepasst und es hat einfach alles wirklich reibungslos funktioniert. Gas- und Spirituskocher waren als Plan B eingepackt, hätte ich mir locker sparen können. Wir haben zu 100% auf Feuer gekocht, allerdings war es das ein oder andere Mal recht praktisch noch ein paar extra Töpfe (Schüsseln) und Teller nutzen zu können. Mit zwei Pausentagen haben wir die Tour (auch wetterbedingt) sehr entspannt gestaltet, trotzdem kam nicht im geringsten Langeweile auf.

Die Strecke gibt es hier.

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