Die Suche nach Abenteuer

Touren

Reinhardswald

Die Wettervorhersage für heute war bombig, also rauf aufs Bike und los, unterwegs ein paar schöne Bilder machen. So war der Plan. Morgens hingen allerdings dann dicke Wolken über Kassel, trotzdem  bin ich einfach mal losgefahren. Durchs Fuldatal kam ich recht zügig voran, ich war größtenteils aber auch auf Waldautobahnen unterwegs. Bei Wilhelmshausen erreichte ich die Grenze des Reinhardswaldes, dort ging erst mal mehrere hundert Höhenmeter bergauf, näher an die Wolken, in die Wolken. Doch irgendwann riss die Wolkendecke auf, erst immer wieder kurz, dann waren die Wolken von einem Moment auf den nächsten verschwunden. Nachdem ich auf dem Staufenberg (höchster Berg im Reinhardswald) war habe ich mir auf einer sonnigen Bank an der Staufenberghütte eine ausführliche Pause gegönnt. An der Sababurg bzw. beim Tierpark Sababurg gab es einen kleinen Kulturschock: Nach vielen, teils sehr einsamen Kilometern im Wald plötzlich Autos und Menschen in Massen, letztere meist im feinen Sonntagszwirn, so etwas besitze ich nicht einmal, was meine Einstellung dazu ganz gut verdeutlicht. Ich habe also gesehen, dass ich weg komme. Kaum war man ein paar Hundert Meter im Wald verschwunden, da hatte man ihn schon wieder so gut wie für sich alleine. Gelobt sei der Herdentrieb. Kurz vor Hofgeismar-Hümme, von wo aus ich mit der Regiotram zurück nach Kassel fahren wollte, merkte ich, dass ich die nächste Tram wohl knapp verpassen würde. Passend dazu kam ich an einer Bank mit viel Aussicht und noch mehr Sonne vorbei. Es machte mir also nichts aus, einen Zug später zu fahren.

Fazit: Es gibt scheinbar kaum Trails im Reinhardswald. Vielleicht habe ich sie aber auch einfach nur übersehen. Verschlammt war ich trotzdem. Bilder habe ich kaum gemacht, irgendwie war es mir meist zu umständlich den Rucksack abzunehmen und die Kamera rauszuwühlen. Irgendwie hat man beim biken auch nicht so recht die Zeit nach Motiven zu suchen, selbst wenn man langsam fährt ist man noch zu schnell.

Den GPS-Track gibt es hier.

Werbeanzeigen

Am Ende gibt es Wurst!

Unsere heutige Etappe war verhältnismäßig kurz. Unser Tagesziel war der Bahnhof in Gerstungen, gut 18km Luftlinie von unserer Position entfernt. Aber Luftlinie ist ja eine rein theoretische Sache, in der Praxis wurden es dann ein paar Kilometer mehr.

Die Strecke war heute größtenteils recht fahrbar und nicht so heftig wie in den letzten Tagen. Allerdings waren einige der Kolonnenweg-Abschnitte recht kraftraubend, da die Platten eher eine Art überdimensionierter Rasengittersteine waren, mit Löchern die in einer Linie liegen und exakt die Breite unserer Reifen hatten. Aber irgendwie hat es geklappt. Um zahlreiche Erfahrungen und Insektenstiche reicher erreichten wir dann Gerstungen.

Bis zu unserem Zug hatten wir noch 1,5 Stunden Zeit, die verbrachten wir erfolgreich damit eine Currywurst mit Pommes aufzutreiben. Diese war so gut und der Gasthof so gemütlich, dass wir einfach einen Zug später gefahren sind.

Fazit zur Tour: Saumäßig anstrengend aber unglaublich gut. Ich denke, ich werde in Zukunft oft bikepackenderweise unterwegs sein.

Schadensbilanz: Mein als Satteltasche zweckentfremdeter Packsack ist ziemlich angescheuert, der Wassersack den ich zunächst benutzt habe hat nun zwei undichte Stellen, es gab einen Platten und eine der Packtaschen meines Mitfahrers hat eine Schraube verloren.

40km, 600hm


Auf der Grenze

Die gestrige Etappe war schon eine Grenzerfahrung, heute fahren wir auf der Grenze. Wenig entfernt von unserem Schlafplatz verläuft die Grenze zur ehemaligen DDR. Aus den Tiefen des Internets hatte ich den Verlauf der Grenzsteintrophy (allerdings schon eine ältere Version) ausgegraben, an diesem orientieren wir uns grob auf unserem Weg Richtung Süden.

Wir freuten uns zunächst über gut fahrbaren Kolonnenweg und Waldautobahnen, nach den Strapazen der gestrigen Etappe eine Wohltat. Das wird ja ein leichtes. Dachten wir jedenfalls. Leider ist der ehemalige Kolonnenweg nicht überall in so gutem Zustand und die Grenze hat die blöde Angewohnheit jeden Berg mitzunehmen und das zielsicher an den steilsten Stellen. Wir wunderten uns oft, wie diese Straßen jemals von Fahrzeugen erklommen werden konnten und fragten uns, ob eine Treppe nicht sinnvoller gewesen wäre. Auch hier wurde also zwangsweise wieder streckenweise geschoben.

Auf dem Weg zum Heldrastein hatten wir die Idee uns eine unnötige Abfahrt zu sparen und den direkten Weg zu nehmen. Ich habe dann irgendwann aufgehört die Stufen bis hinauf auf den Berg zu zählen. Und wieder diese unglaublichen Temperaturen. Heute wurde aber für Abwechselung gesorgt: Dutzende Bremsen ließen uns erahnen, wie die Süddeutschen das Schuhplatteln erfunden haben könnten.

Eigentlich wollten wir heute wieder 70km gefahren sein. Wir waren allerdings derart geschafft, dass wir die Tagesetappe nach gut 40km beendet haben. Es bot sich auch an, denn wir kamen grad wieder an einem perfekten Schlafplatz mit viel Ausblick vorbei.

43km, 100hm


Mein Rad, das hat 20 Gänge

Ich wollte schon lange einmal Bikepacking ausprobieren, nun bin ich endlich dazu gekommen.  Dabei bindet man seine Ausrüstung (natürlich möglichst leicht und minimalistisch) größtenteils an sein Mountainbike, ohne dabei erschwerende Dinge wie Gepäckträger usw. zu benutzen. So bleibt das Bike relativ leicht und gut fahrbar.

Die Tour begann direkt vor meiner Haustür und führte Richtung Osten zunächst auf den Bilstein, dann auf den hohen Meißner und durchs Höllental auf die Gobert (ja, so ähnlich bin ich es letztens auch gewandert). Was mit viel Waldautobahn und einigen schönen Trails begann entwickelte sich zu einem ziemlichen Hammer: Die Zahl der Höhenmeter stieg immer weiter und die Anstiege wurden unglaublich steil. Die Tagestemperaturen lagen dabei irgendwo jenseits der 30°C. Zu den 18 Gängen meines MTBs kam also Gang Nr. 19: Schieben. Das Terrain war oft sehr unwegsam und immer wieder musste auch der 20ste Gang herhalten: Tragen. Sowohl an der Kalbe als auch an der Hörne ging es dann sogar Treppen hinauf. Knapp eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir dann unser Tagesziel, einen Schlafplatz mit unglaublicher Aussicht. Gebraucht haben wir über 11 Stunden, wobei wir keine riesigen Pausen gemacht haben.

Abends wurde dann der verbesserte Holzkocher getestet. Der Luftdurchzug ist jetzt deutlich besser: Nahezu kein qualmen wenn man den Topf aufsetzt, das Wasser kochte unglaublich schnell. Doch dazu bei Gelegenheit mehr. Gut gestärkt und mit frisch gebackenem Bannock für den nächsten Morgen ging es in die (bei den Temperaturen fast unnötigen) Schlafsäcke.

70km, 1900hm


Kassel-Steig Etappe 4 bis 8

Dieses Wochenende habe ich mich mal wieder etwas austoben können. Gestern war ich auf der gleichen Strecke wie beim letzten Mal mit meinem Rennrad unterwegs, habe allerdings eine kleine Extrarunde drangehängt und kam so auf 56km mit rund 600hm.

Heute war dann mein Mountainbike an der Reihe. Auf die heutige Strecke kam ich wie folgt: Ich bin bereits einige Etappen des Kassel-Steig gewandert. Viele Abschnitte sind wunderschön, jedoch liegen oft längere Strecken auf Waldautobahnen oder Feldwegen dazwischen. Da die Anfahrten zu den östlichen Etappen etwas komplizierter sind dachte ich mir also, dass ich mir mein Mountainbike schnappe und so die Etappe 4 (ab der Hälfte) bis 8 (bis zur Hälfte) im Schnelldurchlauf erledige. Herausgekommen ist eine 72km lange Strecke mit rund 1300hm. An einigen wenigen Stellen habe ich allerdings schon gegenüber dem Kassel-Steig-Verlauf abgekürzt, da ich nicht unbedingt Lust hatte eine Schotterpiste runterzubrettern nur um einen Singletrail wieder bergauf zu fahren 😉 Die Wege waren heute (von der Strecke direkt in Kassel einmal abgesehen) vor allem eines: nicht geteert. Und oft auch nicht geschottert. Es waren viele sehr schöne Singletrails dabei, von kurz und technisch bis lang und flowig.

Nach den heutigen Erfahrungen habe ich die Strecke noch einmal überarbeitet und ,,langweilige“ Abschnitte abgekürzt, um den relativen Trailanteil zu maximieren. Das Ergebnis hat rund 55km und 1000hm.